Alles über Geishas: Japans Ikone im Wandel der Zeit (2024)

Dass Geishas geheimnisvoll und interessant sind, ist wohl nicht zu bestreiten. Sie haben eine beeindruckende Kultur, die ich dir hier nun vorstellen möchte. Dabei sind Geishas weit mehr als nur schöne Frauen in traditioneller Kleidung und aufwendigem Make-up.

Tief in der japanischen Geschichte verwurzelt, wurde sie zur absoluten kulturellen Ikone. Auch heute noch spielt sie die wichtigste Rolle bei der Bewahrung der traditionellen Künste.

Ich möchte dir deswegen alles über Geishas zeigen und den Wandel beschreiben, den sie im Laufe der Zeit durchgemacht haben. Von der Ausbildung einer Geisha, bis hin zum Training und ihrem Haardesign. In diesem Artikel bleibt keine Frage unbeantwortet.

Aber nicht nur das – Wir werden auch über die Herausforderungen sprechen, denen Geishas in der modernen Gesellschaft gegenüberstehen und die Missverständnisse aufklären, die oft mit ihrer Rolle verbunden sind. Gerade wir Westler haben meist ein falsches Bild von ihnen.

Geishas sind aber auch eine wichtige Touristenattraktion in Japan. Wenn du nach Japan reist, wirst du hier und dort bestimmt mal eine Geisha zu Gesicht bekommen. Grund genug also, dich vorher zu informieren.

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Inhaltsverzeichnis

  • Ursprung der Geishas
  • Das Leben einer Geisha
    • Die Ausbildung zur Geisha
    • Merkmale einer Geisha
  • Geishas in der modernen Gesellschaft
  • Missverständnisse über Geishas
  • Geishas und Popkultur
  • Fazit: Geishas verdienen Respekt und Anerkennung

Ursprung der Geishas

Geishas haben ihre Wurzeln tief in der japanischen Geschichte. Im 17. Jahrhundert entwickelten sie sich aus den „Saburuko“, also den Unterhalterinnen in den Vergnügungsvierteln.

Die Saburuko waren eine wichtige Vorläuferin der Geishas und trugen zur Entwicklung der Geishakultur bei. Sie waren als Unterhalterinnen in den Vergnügungsvierteln tätig – bekannt für ihre Fähigkeiten im Tanz, Gesang und der Gesellschaft der männlichen Kunden. Ursprünglich waren sie auch für sexuelle Dienste verfügbar. Das änderte sich aber dann.

Eigentlich waren Geishas nur männlich. Doch im späten 18. Jahrhundert gab es bereits eine Menge Frauen, die Geisha wurden.

Ihr äußeres Erscheinungsbild ist dabei besonders. So sind die Merkmale einer Geisha die kunstvollen Frisuren mit weißem Puder-Make-Up. Außerdem sind die Kimonos meist farbenfroh. Die Geisha an sich verkörpert die traditionelle japanische Ästhetik perfekt.

Die Rolle der Geishas hat sich im Laufe der Zeit gewandelt: Sie waren einst Unterhalterinnen, sind heute jedoch auch kulturelle Botschafterinnen der traditionellen Kunst und Kultur Japans.

Der Ursprung der Geishas prägt ihr Image als Symbol für Eleganz und Raffinesse, während ihre Geschichte eng mit der Entwicklung der japanischen Gesellschaft verbunden ist.

Das Leben einer Geisha

Das gesamte Leben einer Geisha ist geprägt von Hingabe, Kunstfertigkeit und einer starken Verpflichtung zur Tradition. Kein Wunder also, dass sie extrem diszipliniert sein muss, um das alles zu erreichen. Auch Opferbereitschaft gehört dazu. Auf der anderen Seite blickt jeder zu einer Geisha auf und hat höchsten Respekt vor ihnen.

Außerdem ist sie umgeben von einer starken Gemeinschaft. Die Unterstützung innerhalb des Geishahaus (Okiya) ist groß. Die älteren und erfahreneren Geishas helfen den jüngeren bei ihrer Ausbildung und begleiten sie. Diese Verbundenheit schafft eine enge Beziehung und ein Gefühl von Zusammengehörigkeit.

Die Ausbildung zur Geisha

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Die Ausbildung einer Geisha beginnt meist schon im Alter von nur 15 oder 16 Jahren. Zu der Zeit wird sie dann noch als „Maiko“ bezeichnet – also als Lernende. Den Status einer vollwertigen Geisha hat sie noch nicht. Die Maiko lebt traditionell in einem Geishahaus (Okiya), unter der Aufsicht einer erfahrenen Geisha (Okaasan).

Während der Ausbildung muss eine Geisha vielerlei Dinge lernen. Dazu gehören Musikinstrumente, Gesang, traditioneller Tanz und die Kunst der tee*zeremonie.

Die richtigen Umgangsformen, Etikette und Konversationstechniken muss sie ebenfalls lernen.

Merkmale einer Geisha

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Ein wichtiger Teil des Lebens einer Geisha ist das Tragen der traditionellen Kleidung. Die Geisha-Kleidung besteht aus einem Kimono, der kunstvoll und mit großer Sorgfalt angelegt wird. Die Haare werden in aufwendigen Frisuren gestylt, die oft stundenlange Vorbereitung erfordern. Das charakteristische weiße Puder-Make-up, das auf das Gesicht aufgetragen wird, verleiht den Geishas ihr markantes Aussehen.

Geishas treten in Teehäusern und bei speziellen Veranstaltungen auf, um ihre Künste vorzuführen. Sie spielen Musik, tanzen, singen und unterhalten die Gäste mit ihrer raffinierten Konversation. Ihr Ziel ist es, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen und die Gäste zu unterhalten.

Geishas sind keine Prostituierten! Die Hauptaufgabe besteht lediglich darin, eine angenehme und intellektuelle Gesellschaft für ihre Gäste zu bieten.

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Geishas in der modernen Gesellschaft

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Geishas haben eine alte Tradition. Heute stehen sie aber vor Herausforderungen und Veränderungen, um ihren Platz in der modernen japanischen Gesellschaft zu finden. So beeinflussen die Rolle der Geisha z.B. die westliche Kultur und der technologische Fortschritt.

Das größte Problem ist es, jüngere Generationen für den Beruf einer Geisha zu begeistern. Im modernen Japan wollen viele Mädchen andere Karrierewege einschlagen, als Geisha zu werden. Dadurch ist die Anzahl der Geishas im Laufe der Jahre extrem gesunken.

Aber nicht nur die Nachfolger haben keine Interesse mehr an Geishas, sondern auch die Bevölkerung. Moderne Medien wie Fernsehen, Kinos und das Internet haben zu einer Veränderung der Vorlieben der Gesellschaft geführt. Dadurch gibt es fast gar keine Nachfrage mehr nach den traditionellen Künsten einer Geisha.

Geishas wurden also gezwungen sich anzupassen – und das mit Erfolg. Sie haben Wege gefunden ihre Kunstform in der modernen Gesellschaft relevant zu halten. So treten sie nicht mehr nur in traditionellen Teehäusern auf, sondern auch bei Veranstaltungen, Firmenfeiern und ähnlichem. Auf diese Weise erreichen sie wieder ein breiteres Publikum.

Auch im Tourismus spielt die Geisha wieder eine große Rolle. Sie sind zu bedeutenden Touristenattraktionen geworden. Das gilt besonders für Städte wie Tokio und Kyoto. Dort kannst du Geishas treffen und an Erlebnissen teilnehmen, was sie dann wiederum unterstützt.

Missverständnisse über Geishas

Da für uns Geishas ziemlich geheimnisvoll wirken und wir eigentlich gar nicht viel von ihnen wissen, gibt es oft Missverständnisse und Stereotypen.

  • Das wohl größte Missverständnis ist, dass Geishas Prostituierte sind. Das stimmt absolut nicht! In Wirklichkeit sind Geishas hoch angesehene Künstlerinnen. Sie sind in vielen Künsten ausgebildet und ihre Hauptaufgabe besteht darin, die Gäste mit ihrer Kunst und ihrer Fähigkeit zur Unterhaltung zu begeistern.
  • Auch schätzen viele das persönliche Leben von Geishas falsch ein. Sie glauben, dass sie keine persönliche Freiheiten oder Wahlmöglichkeiten haben. Die Wirklichkeit sieht aber anders aus. Die meisten Geishas entscheiden sich nämlich bewusst für den Beruf und führen ein eigenständiges Leben. Sie können ganz normal heiraten, eine Familie gründen und ihre Karriere als Geisha trotzdem fortsetzen.
  • Als drittes Missverständnis wird oft angenommen, dass Geishas ausschließlich von reichen Männern unterstützt werden. Tatsächlich sind sie aber unabhängige Unternehmerinnen, die ihre Dienste gegen Bezahlung anbieten. Sie kann ihren Preis also so ansetzen, wie sie will. Je nach Geisha können also auch „normale Bürger“ in ihren Genuss kommen.

Geishas und Popkultur

Zwar sind Geishas in moderner Popkultur oft vertreten, aber kämpfen mit Stereotypen und Vereinfachungen. Filme, Bücher und andere Medien haben dazu beigetragen, ein bestimmtes Bild von Geishas zu zeichnen, das nicht immer der Realität entspricht.

Popkultur bezeichnet eine breitgefächerte Sammlung von Ideen, Trends, Praktiken und Produkten, die in der Gesellschaft weit verbreitet und beliebt sind. Sie umfasst Bereiche wie Musik, Film, Fernsehen, Mode, Kunst, Literatur und mehr. Popkultur ist oft von Massenmedien geprägt und spiegelt die aktuellen Interessen, Vorlieben und Stimmungen einer Gesellschaft wider.

Am wichtigsten ist es, dass wir uns alle bewusst sind, dass Geishas mehr sind als nur ein Kostüm oder eine äußere Erscheinung. Wie gesagt, geht ihre Ausbildung viele Jahre lang und sie machen es mit absoluter Hingabe. Einige Darstellungen von Geishas in Hollywood-Filmen z.B. sollten wir daher nicht zu ernst nehmen.

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Ich habe dir hier drei Beispiele herausgesucht für eine richtige Darstellung der Geisha in Hollywood-Filmen:

  1. Die Geisha (2005)*
    Dieser Film basiert auf dem Roman Memoirs of a Geisha. Er gibt einen Einblick in das Leben einer Geisha und ihre Herausforderungen im historischen Japan. Er stellt die Geishakultur authentisch dar und betont die Kunstfertigkeit und den Einsatz, den Geishas in ihr Handwerk investieren.
  2. The Last Samurai (2003)*
    Obwohl der Film nicht ausschließlich über Geishas handelt, zeigt er den Respekt und die Wertschätzung für die japanische Kultur und ihre Traditionen. Geishas werden als kulturelle Botschafterinnen präsentiert, die die Gäste mit ihrer Kunst und Eleganz beeindrucken.
  3. Sakuran (2006)*
    Dieser Film erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die sich dazu entschließt, eine Geisha zu werden. Er bietet einen Einblick in die Ausbildung und das Leben einer Geisha und vermittelt ein tieferes Verständnis für ihre Rolle und ihren kulturellen Beitrag.

Ich habe für dich auch drei Negativbeispiele. In diesen Filmen werden Geishas falsch dargestellt:

  1. 47 Ronin (2013)*
    Obwohl Geishas nur eine Nebenrolle in diesem Film spielen, werden sie auf stereotype Weise dargestellt. Sie sind dort nur exotische Verführerinnen. Diese Darstellung trägt zur Sexualisierung von Geishas bei und reduziert ihre Kunst und Kultur auf oberflächliche und falsche Klischees.
  2. The Wolverine (2013)*
    Hier werden Geishas ebenfalls nur als verführerische und mysteriöse Figuren inszeniert. Dies entspricht nicht der Realität und führt zu einem verzerrten Bild.
  3. Kill Bill: Volume 1 (2003)*
    In diesem Film wird eine Szene gezeigt, in der Geishas als Teil einer blutigen Racheaktion dargestellt werden. Diese Darstellung ist unrealistisch und trägt zu einem falschen Bild bei, das die kulturelle Bedeutung und den Respekt für Geishas untergräbt.

Fazit: Geishas verdienen Respekt und Anerkennung

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Geishas spielen wie das japanische Kabuki Theater nach wie vor eine wichtige Rolle in der japanischen Kultur und sind immer noch ein faszinierendes Symbol für Eleganz, Kunst und Tradition. Durch ihre Ausbildung, ihre Fähigkeiten und ihre Hingabe haben sie die traditionellen Künste über Jahrhunderte hinweg bewahrt und weiterentwickelt.

Es ist wichtig, dass wir Geishas mit Respekt und Wertschätzung behandeln und uns von Stereotypen und falschen Vorstellungen lösen. Viele wollen nur schnell das japanische Alphabet lernen oder benutzen kostenlose Japanisch-Programme wie JapanesePod101.com, aber schenken der Kultur keinerlei Aufmerksamkeit. Spätestens bei der Japan-Reise kommen dann aber Missverständnisse zustande.

Geishas sind keine reinen Unterhaltungskünstlerinnen oder Prostituierte, sondern hoch angesehene Künstlerinnen, die einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Vielfalt Japans leisten.

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